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„Keine Versorgung von der Stange“ – Wie Sanita Augsburg Frauen mit Lipödem individuell begleitet

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29.10.2026
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Minuten
Christian Roncador
Geschäftsführer
30 Jahre Erfahrung, individuelle Beratung und kein Produkt von der Stange: Sanita Augsburg zeigt, wie eine gute Kompressionsversorgung beim Lipödem wirklich aussieht.

Key Takeaways

Kompression ist kein Einheitsprodukt – ob Rund- oder Flachstrick, maßgefertigt oder konfektioniert, hängt immer vom individuellen Befund und dem ärztlichen Konzept ab.

Häufige Fehler beim Tragen lassen sich durch eine sorgfältige Einweisung und passende Anziehhilfen leicht vermeiden.

Eine gute Versorgung beginnt mit einem Gespräch – und endet nicht bei der Abgabe.

Kompressionsversorgung klingt technisch – für Frauen mit Lipödem ist sie Alltag. Wir haben mit dem Team von Sanita Augsburg gesprochen: einem Gesundheitshaus mit über 30 Jahren Erfahrung, das sich auf die Versorgung bei Lip- und Lymphödemen spezialisiert hat. Im Interview erklären sie, wie eine gute Versorgung wirklich aussieht, welche Fragen Patientinnen am häufigsten stellen – und warum es für sie keine Versorgung von der Stange gibt.

Stellt euch kurz vor – wer seid ihr und was macht Sanita Augsburg besonders?

Wir sind das Sanita Gesundheitshaus und Orthopädietechnik GmbH in Augsburg. Wir verbinden persönliche Beratung mit fachlicher Kompetenz in der Hilfsmittelversorgung. Besonders wichtig ist uns, Menschen nicht einfach mit einem Produkt zu versorgen, sondern gemeinsam eine Lösung zu finden, die zu ihrem Körper, ihrem Alltag und ihren persönlichen Bedürfnissen passt. Gerade bei Lip- und Lymphödemen zählen eine sorgfältige Beratung, eine passende Kompressionsversorgung und eine verlässliche Begleitung.

Seit wann seid ihr tätig und wie hat sich euer Schwerpunkt auf Lipödem und Kompressionsversorgung entwickelt?

Sanita ist seit rund 30 Jahren im Herzen von Augsburg. In dieser Zeit haben wir viel Erfahrung in der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln gesammelt. Die Kompressionsversorgung bei Lip- und Lymphödemen ist dabei ein wichtiger Schwerpunkt geworden, weil hier neben der fachgerechten Anpassung vor allem Einfühlungsvermögen, Kontinuität und ein gutes Zusammenspiel mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten gefragt sind.

Was hat euch dazu bewogen, euch gezielt auf Kompressionsversorgung beim Lipödem und Lymphödem zu spezialisieren?

Wir erleben, wie stark Lip- und Lymphödeme den Alltag beeinflussen können – körperlich und emotional. Eine gute Kompressionsversorgung kann Beschwerden lindern und Betroffene dabei unterstützen, ihren Alltag aktiver und selbstbestimmter zu gestalten. Uns ist wichtig, dass Patientinnen ernst genommen werden, ihre Fragen stellen können und eine Versorgung erhalten, die medizinisch sinnvoll ist und im täglichen Leben möglichst gut funktioniert.

Warum ist die Kompressionstherapie bei Lipödem so wichtig – und was passiert, wenn sie ausbleibt?

Kompression kann dazu beitragen, Schwellungen und Spannungsgefühle zu reduzieren und das Gewebe zu unterstützen. Bei einem Lipödem steht häufig die Linderung von Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Schweregefühl im Vordergrund; bei einem Lymphödem soll sie helfen, Flüssigkeitsansammlungen zu kontrollieren. Kompression ist dabei ein Baustein eines individuell abgestimmten Behandlungskonzepts und keine Heilung der Erkrankung. Ohne eine geeignete Behandlung können Beschwerden oder Schwellungen bei manchen Betroffenen zunehmen. Welche Versorgung sinnvoll ist, sollte mit den behandelnden Fachpersonen abgestimmt werden.

Rundstrick, Flachstrick, maßgefertigt – für Laien klingt das alles ähnlich. Könnt ihr den Unterschied einfach erklären und sagen, wann ihr was empfehlt?

Rundstrick-Kompressionsstrümpfe werden in einem eher gleichmäßigen, schlauchförmigen Verfahren (ohne Naht) hergestellt. Sie eignen sich häufig bei eher gleichmäßigen Körperformen und bestimmten venösen Erkrankungen. Flachstrickversorgungen werden in Bahnen gestrickt und anschließend zusammengenäht. Sie sind meist formstabiler und können bei ausgeprägteren Umfangsunterschieden, Hautfalten oder komplexeren Körperformen Vorteile bieten, wie sie bei Lip- und Lymphödemen vorkommen können. Ob rundgestrickt, flachgestrickt, maßgefertigt oder eine konfektionierte Versorgung geeignet ist, hängt immer vom Befund, den Maßen, den Beschwerden und dem ärztlichen Behandlungskonzept ab. Wir beraten dazu individuell und stimmen die Versorgung mit den Betroffenen und den verordnenden Fachpersonen ab.

Wie läuft eine Erstversorgung bei euch ab – vom ersten Kontakt bis zur fertigen Versorgung?

Am Anfang steht ein persönliches Gespräch: Wir möchten wissen, welche Beschwerden bestehen, was im Alltag besonders schwierig ist und welche Erfahrungen bereits gemacht wurden. Anschließend prüfen wir die Verordnung und klären offene Fragen. Je nach Versorgung werden die relevanten Körpermaße sorgfältig genommen und die passende Kompressionsart sowie Ausführung ausgewählt. Nach der Herstellung oder Bereitstellung erklären wir das Anziehen, Ausziehen und die Pflege. Bei der Abgabe kontrollieren wir den Sitz und besprechen, worauf die Patientin achten sollte. Wenn Probleme auftreten, sollte sie sich zeitnah melden, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können.

Was sind die häufigsten Fragen oder Unsicherheiten, die Patientinnen beim Thema Kompression mitbringen?

Viele Patientinnen fragen: Ist Kompression schmerzhaft? Werde ich sie den ganzen Tag tragen können? Wie ziehe ich die Strümpfe leichter an und aus? Welche Kleidung passt dazu, wie pflege ich das Material und wie oft brauche ich eine neue Versorgung? Auch Optik, Wärmegefühl, Druckstellen und die Frage nach den Kosten oder einer Kostenübernahme spielen eine große Rolle. Wir nehmen diese Fragen ernst. Eine verständliche Einweisung, realistische Erwartungen und eine Versorgung, die zum Alltag passt, helfen dabei, Sicherheit zu gewinnen.

Welche typischen Fehler beobachtet ihr beim Tragen oder Pflegen von Kompressionsstrümpfen – und wie vermeidet man sie?

Häufige Fehler sind Falten oder eingerollte Ränder, ein nicht korrekt sitzender Strumpf, ungeeignete Pflege oder das eigenständige Kürzen beziehungsweise Verändern der Versorgung. Auch das Anziehen ohne geeignete Technik kann das Material belasten oder sogar beschädigen. Wichtig ist, die Kompression entsprechend der Einweisung anzulegen, Falten glattzustreichen und die Pflegehinweise des Herstellers zu beachten. Anziehhilfen können den Alltag erleichtern. Bei Schmerzen, Taubheitsgefühl, auffälligen Druckstellen, Hautveränderungen oder einer plötzlich veränderten Schwellung sollte die Versorgung überprüft und gegebenenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie oft sollte die Versorgung überprüft oder erneuert werden?

Die Versorgung sollte regelmäßig auf Sitz, Funktion, Materialzustand und Passform kontrolliert werden – insbesondere, wenn sich Umfang, Gewicht, Beschwerden oder Beweglichkeit verändern. Medizinische Kompressionsversorgungen müssen häufig erneuert werden; der konkrete Zeitpunkt richtet sich nach Verordnung, medizinischer Situation, Zustand des Materials und den geltenden Vorgaben zur Versorgung. Patientinnen sollten sich melden, wenn der Strumpf rutscht, einschneidet, Falten wirft oder nicht mehr zuverlässig sitzt. Bei der Kontrolle lässt sich klären, ob eine Anpassung oder eine neue Versorgung erforderlich ist.

Was würdet ihr einer Frau raten, die gerade die Diagnose Lipödem erhalten hat und sich zum ersten Mal mit Kompression beschäftigt?

Lassen Sie sich Zeit und holen Sie sich verlässliche Informationen. Eine Diagnose kann zunächst viele Fragen und Gefühle auslösen – Sie müssen nicht alles sofort wissen oder allein bewältigen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Behandlungsmöglichkeiten und lassen Sie sich die Kompressionsversorgung individuell erklären. Probieren Sie die Handhabung in Ruhe aus und fragen Sie nach Anziehhilfen, wenn das Anziehen schwerfällt. Wichtig ist, dass die Versorgung zu Ihrem Körper und Ihrem Alltag passt. Wenn etwas drückt, schmerzt oder nicht praktikabel ist, sprechen Sie es an. Sie dürfen Unterstützung und eine verständliche Beratung von uns erwarten.

Worauf sollten Patientinnen bei der Wahl ihres Sanitätshauses achten – was macht eine gute Versorgung aus?

Achten Sie auf eine qualifizierte, individuelle Beratung und darauf, dass Ihre Fragen ernst genommen werden. Eine gute Versorgung umfasst mehr als das Ausmessen: Dazu gehören die Auswahl einer geeigneten Kompressionsart, eine sorgfältige Maßnahme, eine verständliche Einweisung, Hinweise zu Pflege und Handhabung sowie Unterstützung bei Passformproblemen. Wichtig sind außerdem Erfahrung mit Lip- und Lymphödemen, eine gute Erreichbarkeit und die Bereitschaft, bei Schwierigkeiten nach einer Lösung zu suchen. Sie sollten sich gut aufgehoben fühlen und verstehen, warum eine bestimmte Versorgung empfohlen wird.

Gibt es ein Erlebnis oder eine Geschichte aus eurer Praxis, die euch besonders in Erinnerung geblieben ist – und die zeigt, warum diese Arbeit so wichtig ist?

Besonders eindrücklich sind für uns die Momente, in denen Patientinnen nach anfänglicher Unsicherheit Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer Versorgung gewinnen. Wenn eine Kompression besser sitzt, das Anziehen mit einer passenden Hilfe gelingt oder eine Patientin wieder mehr Alltagstätigkeiten bewältigen kann, zeigt sich, wie wichtig die individuelle Begleitung ist. Jede Patientin hat ihre eigene Geschichte; deshalb gibt es aus unserer Sicht keine Versorgung von der Stange, sondern eine Lösung, die zum Menschen passen muss.

Ihr findet Sanita Augsburg in der LipoCheck App oder direkt unter: www.sanita-augsburg.de

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FAQ

Ist Kompression beim Lipödem schmerzhaft?

‍Nicht, wenn sie richtig sitzt. Anfangs kann ein leichtes Druckgefühl normal sein – Schmerzen, Taubheit oder einschneidende Stellen sind jedoch ein Zeichen, dass die Versorgung überprüft werden sollte.

Was tue ich, wenn die Kompression nicht richtig sitzt?

‍Sofort beim Sanitätshaus melden. Druckstellen, Falten oder Taubheitsgefühl sollten nicht ausgesessen werden – oft lässt sich das Problem schnell beheben.

Brauche ich eine ärztliche Verordnung?

‍Ja. Medizinische Kompressionsversorgungen werden in der Regel von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet und über die Krankenkasse abgerechnet. Das Sanitätshaus prüft die Verordnung und klärt offene Fragen.

Gibt es Anziehhilfen?

‍Ja. Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die das Anziehen deutlich erleichtern. Fragt einfach beim ersten Termin danach – das Team zeigt euch, welche Hilfe zu eurer Versorgung passt.

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