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Wie erhalte ich eine Diagnose?

Den ersten Verdacht, Lipödem zu haben, erkennen die betroffenen Frauen meist selbst. Sie erkennen bei einem ansonsten normalgewichtigen bzw. schlanken Körper die ausgeprägten Oberschenkel und/oder Hüften. In manchen Fällen sind auch die Arme betroffen. Hinzu kommen Beschwerden, wie Druck- und Spannungsschmerzen, starke Hämatomneigung und Schwellungen. Der Weg zum Arzt ist für viele nicht leicht, aber es ist der erste Schritt zur richtigen Diagnose. Doch zu welchem Arzt müssen Betroffene gehen? Und welche Untersuchungen werden beim Ersttermin vorgenommen?

Zu welchem Arzt muss ich mit meinem Verdacht gehen?

Damit das Lipödem zuverlässig erkannt wird, sind Phlebologen (Venenarzt), Gefäßspezialisten und Lymphologen die richtigen Ansprechpartner. Wichtig hierbei ist auch, dass der Untersucher bereits Erfahrungen mit Lipödem-Patientinnen hat. Auf deren Webseite oder bei Nachfragen lässt sich dies herausfinden.

Welche Untersuchungen werden beim Ersttermin vorgenommen?

Die Diagnose wird durch den fachkundigen Arzt durch die Befragung nach der Vorgeschichte, das optische Erscheinungsbild und den Tastbefund gestellt. Wichtig ist dabei, das Lipödem von Übergewicht zu unterscheiden. Ebenso wird der Arzt feststellen, ob es sich um ein Lymphödem oder um eine Lipohypertrophie handelt. Das ist eine harmlose Fettansammlung, die sich aber zu einem Lipödem weiterentwickeln kann. Röntgen-, Ultraschall- oder andere Untersuchungsmethoden sind in der Regel nicht erforderlich, kann aber im Zweifel die Diagnose absichern. Ergänzend ist kann eine Ultraschall-Untersuchung der Venen sinnvoll, um eventuell bestehende Krampfadern zu erkennen. Diese müssten vor einer Liposuktion behandelt werden.

Wie geht es nach der Diagnose weiter?

Nach der ersten Diagnose solltest du entscheiden, ob du dich bei dem Arzt wohlfühlst. Er sollte dir die Krankheit Lipödem verständlich und auf dein Krankheitsbild gut erklärt haben, sowie auch die Therapiemöglichkeiten, die für dich in Betracht kommen. Die Behandlungsmöglichkeiten eines Lipödems unterscheiden sich zwischen konservativen und operativen Maßnahmen. Die Therapieformen reichen von der Kompressionsverordnung über die Lymphdrainage bis hin zur Fettabsaugung.

Über den Autor

Dr. med. Stefan Rapprich

Dr. Stefan Rapprich ist im Team der Hautmedizin Bad Soden insbesondere ausgewiesener Experte für das Thema Lipödem. Seiner Facharztausbildung für Dermatologie und Phlebologie sowie der daran anknüpfenden Tätigkeit als leitender Oberarzt an der Hautklinik Darmstadt folgte 2015 der Einstieg in die Hautmedizin Bad Soden. Daneben übte er eine Lehrtätigkeit an der TU Darmstadt aus, ist Mitglied im Prüfungsausschuß bei der Landesärztekammer Hessen und wirkte gleichzeitig an verschiedenen renommierten Kliniken. Er ist aktiv in verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften als gefragter Referent zum Thema Lipödem und Liposuktion tätig. Er ist Vorsitzender der AG Lipödem der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Vorstandsmitglied der Lipödem-Gesellschaft e.V. Dr. Rapprichs Tätigkeitsschwerpunkte sind die operative Dermatologie, insbesondere die die Behandlung von Lipödem, Liposuktion, Tumorchirurgie, übermäßiges Schwitzen/Hyperhidrosis, Narbenbehandlung) und die Phlebologie, d.h. die Behandlung von Venenerkrankungen.

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