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Key Takeaways
Durchschnittlich vergehen 7 Jahre, bis eine Frau mit Lipödem die korrekte Diagnose erhält. Oft beginnt es unauffällig mit Stadium 1, das leicht übersehen wird. Du fragst dich, ob diese feine an deinen Oberschenkeln schon ein Anzeichen sein könnte? Viele Betroffene berichten, dass ihre Beschwerden zunächst als "normale" Gewichtszunahme oder knotenartige Hautoberfläche abgetan wurden. Das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, ist leider keine Seltenheit. Im Stadium 1 sind die Veränderungen oft subtil, was die Diagnose zusätzlich erschwert. Studien zeigen, dass viele Frauen in diesem Stadium jahrelang ohne Diagnose leben und sich unverstanden fühlen. Dieser Artikel hilft dir, die Symptome richtig einzuordnen und zeigt dir, welche Schritte du jetzt unternehmen kannst, um den Verlauf positiv zu beeinflussen. Denn auch wenn Lipödem Stadium 1 nicht heilbar ist, kannst du aktiv etwas tun, um deine Lebensqualität zu verbessern und die Progression der Erkrankung zu verlangsamen. Es ist wichtig, frühzeitig zu handeln und sich nicht entmutigen zu lassen.
Das Lipödem Stadium 1 ist durch eine symmetrische Fettvermehrung, weiches Gewebe und oft erste Schmerzen geprägt. Erfahre, wie du frühe Symptome erkennst, welche konservativen Therapien dir helfen und wann eine Liposuktion infrage kommt.
• Im Stadium 1 ist das Gewebe noch weich, aber viele Patientinnen berichten bereits über Schmerzen. • Die Studie nach Al-Ghadban et al. berücksichtigt neben Fett auch Schmerz und Wasser für die Stadieneinteilung. • Konservative Maßnahmen wie flachgestrickte Kompression und 1- bis 2-mal wöchentliche Lymphdrainage bilden die Basistherapie. • Mit dem DocReport erhältst du zeitnah eine fachärztliche Telediagnose zur schnellen Klarheit. • Die Liposuktion ist nach dem G-BA-Beschluss unabhängig vom Stadium, also auch im Stadium 1, eine Regelleistung der GKV.
Was ist das Lipödem Stadium 1?
Wenn sich deine Beine plötzlich schwer anfühlen, Berührungen schmerzen und sich die Proportionen deines Körpers scheinbar grundlos verändern, löst das oft große Verunsicherung aus. Im Stadium 1 des Lipödems beginnt eine chronische Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Charakteristisch für diese frühe Phase ist, dass die Hautoberfläche meist noch weitgehend glatt oder nur fein unregelmäßig erscheint. Das Unterhautfettgewebe fühlt sich weich und gleichmäßig an, da sich noch keine ausgeprägten Knoten oder derben Gewebsverhärtungen gebildet haben. Ein wichtiges anatomisches Merkmal ist die Aussparung: Die Füße und Hände sind in der Regel nicht betroffen, wodurch am Knöchel oft ein sichtbarer Übergang entsteht.
Das entscheidende Kennzeichen des Lipödems ist die Disproportion zwischen dem Oberkörper und den Extremitäten. Viele betroffene Frauen haben einen schlanken Rumpf und eine schmale Taille, während die Beine oder Arme voluminöser wirken und spürbar an Umfang zulegen. Es ist wichtig zu verstehen: Das Lipödem wird in der S2k-Leitlinie als schmerzhafte, disproportionale, symmetrische Fettgewebsverteilungsstörung der Extremitäten beschrieben, die fast ausschließlich bei Frauen vorkommt, und es wird nicht durch Adipositas, mangelnde Disziplin oder falsche Ernährung verursacht. Reine Kalorienreduktion oder intensiver Sport bauen das krankhafte Lipödem-Fettgewebe nicht gezielt ab. Um deinen Körper besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die medizinische Stadieneinteilung, die den Verlauf transparent beschreibt.
Die Merkmale von Stadium 1 auf einen Blick
- Weiches, gleichmäßiges Unterhautfettgewebe ohne ausgeprägte Dellen oder derbe Knotenbildung
- Fein gekörnte, samtige Hautstruktur, die gelegentlich an eine leichte Orangenhaut erinnert
- Symmetrische Zunahme des Fettgewebes an Beinen oder Armen bei schlankerem Oberkörper
- Vollständige Aussparung des Fuß- und Handrückens (sogenanntes Cuff-Zeichen an den Gelenken)
- Erste Schmerzsymptome wie Druckempfindlichkeit, Schweregefühl und unerklärliche Hämatome
Gerade im Anfangsstadium wird die Erkrankung häufig übersehen oder als gewöhnliche Gewichtszunahme abgetan. Doch genau hier liegt deine Chance: Je früher du Klarheit über deinen Körper gewinnst, desto gezielter kannst du mit wirksamen Maßnahmen gegensteuern, um Beschwerden zu lindern und deine Lebensqualität dauerhaft zu sichern.
Typische Symptome und frühe Warnzeichen erkennen
Das Lipödem zeichnet sich von Beginn an durch ein spezifisches Beschwerdebild aus, das weit über reine Umfangsveränderungen hinausgeht. Typische frühe Warnsignale sind ein dumpfes Spannungsgefühl und eine ausgeprägte Schwere in den Beinen, die sich besonders nach langem Stehen, Sitzen oder an warmen Sommertagen verstärkt. Viele Frauen bemerken zudem eine gesteigerte Berührungs- und Druckempfindlichkeit: Schon das Anlehnen an eine Kante oder das sanfte Hochspringen eines Haustiers kann unangenehme Schmerzen auslösen.
Ein weiteres Leitsymptom ist die auffällige Neigung zu Hämatomen (blauen Flecken). Diese entstehen oft spontan oder bereits bei kleinsten, kaum wahrnehmbaren Stößen, da die feinen Kapillargefäße im betroffenen Gewebe eine erhöhte Fragilität aufweisen. Die Fettvermehrung tritt dabei stets streng symmetrisch an beiden Beinen auf, meist beginnend an den Oberschenkeln und Hüften, kann aber auch die Waden und Unterschenkel einbeziehen.
Schmerzen bereits im Frühstadium: Was die Wissenschaft zeigt
Lange Zeit hielt sich in der Medizin die Annahme, dass das Stadium 1 schmerzfrei sei und Beschwerden erst mit fortschreitender Gewebeveränderung auftreten. Aktuelle wissenschaftliche Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild: In der Untersuchung von Sara Al-Ghadban et al. (2025) berichteten 70 % der Frauen im Stadium 1 über Schmerzen, und dieser Anteil nimmt mit höherem Stadium weiter zu. Diese Erkenntnis ist ein wichtiger Schritt für Betroffene, deren Schmerzerleben in der Vergangenheit oft nicht ernst genommen wurde. Eine gezielte Schmerzreduktion bildet daher von Tag eins an den Mittelpunkt jeder therapeutischen Maßnahme.
| Fettverteilung | Streng symmetrisch an Beinen/Armen, Disproportion zum Rumpf | Gleichmäßig über den gesamten Körper verteilt |
| Schmerzempfinden | Druckschmerz, Berührungsempfindlichkeit, Spannungsgefühl | In der Regel völlig schmerzfrei |
| Hämatomneigung | Hoch, blaue Flecken entstehen ohne ersichtlichen Anlass | Normal, nur bei deutlicher Krafteinwirkung |
| Füße und Hände | Ausgespart, keine Fettvermehrung an Fußrücken | Können bei Adipositas mitbetroffen sein |
| Reaktion auf Diäten | Kaum Umfangsverlust an den betroffenen Extremitäten | Proportionaler Fettabbau am gesamten Körper |
Das Lipödem betrifft Frauen aller Gewichtsklassen, von sehr schlank bis übergewichtig. Wenn du diese Symptome an dir beobachtest, solltest du sie nicht bagatellisieren, sondern den Ursachen strukturiert auf den Grund gehen.
Neue Stadieneinteilung nach Al-Ghadban et al.
In der klinischen Routine wird das Lipödem traditionell in drei Stadien unterteilt, die sich primär an der sicht- und tastbaren Struktur der Haut und des Unterhautgewebes orientieren. Diese Einteilung greift in der Praxis jedoch oft zu kurz, da sie die dynamischen, individuellen Übergänge der Erkrankung nur unvollständig abbildet. Viele Frauen befinden sich jahrelang in einer Phase, die morphologisch nicht eindeutig in eine der drei starren Schubladen passt.
Einen bedeutenden wissenschaftlichen Fortschritt markiert die Publikation „New Characterization of Lipödem Stages“ von Al-Ghadban et al. (2025). Das Forschungsteam schlägt eine differenzierte Klassifikation vor, die Zwischenstadien wie das Stadium 1.5 und das Stadium 2.5 definiert. Das Ziel dieser feineren Abstufung ist es, schleichende Gewebeveränderungen und subklinische Entzündungsprozesse wesentlich früher zu identifizieren, um therapeutisch rechtzeitig einzugreifen.
Ganzheitliche Parameter: Schmerz, Wasser und Muskulatur
Die Forschungsarbeit von Al-Ghadban et al. beschränkt sich nicht allein auf die visuelle Begutachtung des Fettgewebes, sondern analysiert das Lipödem als vielschichtiges Geschehen im Binde- und Muskelgewebe. Mittels Bioimpedanz-Spektroskopie (BIS) untersuchten die Wissenschaftler:innen unter anderem das Gesamtkörperwasser (Total Body Water) sowie die Verteilung von intra- und extrazellulärer Flüssigkeit in den Extremitäten. Zudem wurde die Beziehung zwischen Fettmasse und Skelettmuskelmasse erfasst: Die Skelettmuskelmasse nahm über die Stadien hinweg signifikant zu und korrelierte im Stadium 3 positiv mit der Fettmasse.
| Schmerz & Schwere | 70 % der Frauen im Stadium 1 berichten über Schmerzen; Anstieg auf 90 % in Stadium 1.5 | Schmerz ist ein primäres Leitsymptom und nicht erst Spätfolge |
| Flüssigkeit (TBW) | Signifikanter Anstieg des Gewebewassers in den unteren Extremitäten über die Stadien | Zeigt die Beteiligung von Mikrozirkulation und Lymphsystem |
| Gewebebeschaffenheit | Erfassung von beginnender Fibrose an Oberschenkeln bereits im Übergangsstadium 1.5 | Ermöglicht frühzeitigere konservative Interventionen |
| Skelettmuskulatur | Veränderungen der Muskelmasse in Relation zur expandierenden Fettmasse | Unterstreicht den Stellenwert von gezieltem Muskelaufbautraining |
Wichtig für die Einordnung: Dieser erweiterte Ansatz liefert wertvolle Einblicke in die Pathophysiologie des Lipödems, ist jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht Leitlinien-konform in den offiziellen Versorgungspfaden verankert. Für deinen Alltag bedeutet das: Die S2k-Leitlinie bleibt die verbindliche Basis für Diagnostik und Verordnungen, während aktuelle Studien wie jene von Al-Ghadban et al. das medizinische Verständnis kontinuierlich vorantreiben.
DocReport: Schnelle Klarheit durch Telediagnose
Bis zur korrekten Diagnosestellung durchlaufen viele Patientinnen eine jahrelange Odyssee. Im Durchschnitt vergehen im deutschen Gesundheitssystem rund sieben Jahre, bis Betroffene die Diagnose Lipödem erhalten. In dieser Zeit hören Frauen immer wieder falsche Ratschläge: Sie sollten einfach weniger essen oder mehr Sport treiben. Solche Fehldiagnosen führen nicht nur zu enormer emotionaler Frustration, sondern verzögern auch den Beginn einer adäquaten Versorgung.
Ein Hauptgrund für diese Verzögerung ist der gravierende Mangel an spezialisierten Fachärzt:innen. Termine in phlebologischen oder lymphologischen Schwerpunktpraxen sind rar, und auf einen freien Termin warten Betroffene häufig viele Monate. Hier setzt die Telediagnose an, um Barrieren abzubauen und betroffenen Frauen schnell und ortsunabhängig Gewissheit zu verschaffen. Der DocReport bietet einen strukturierten, telemedizinischen Weg, um den diagnostischen Prozess entscheidend abzukürzen.
So funktioniert der telemedizinische Befund
- Strukturierte Anamnese: Du beantwortest über die LipoCheck App einen medizinischen Fragebogen zu deinen Symptomen, Schmerzen, Krankheitsverlauf und familiären Vorbelastungen.
- Standardisierte Fotodokumentation: Du lädst nach einer präzisen Anleitung Fotos deiner betroffenen Körperregionen hoch, die für eine fachärztliche Beurteilung optimiert sind.
- Fachärztliche Prüfung: Erfahrene Phlebolog:innen begutachten deine Unterlagen sorgfältig und differenzieren das Lipödem fundiert von anderen Erkrankungen wie Lipohypertrophie, Lymphödemen oder Adipositas.
- Detaillierter Befundbericht: Innerhalb kurzer Zeit erhältst du deinen schriftlichen DocReport inklusive Diagnose, Stadieneinteilung und konkreten Handlungsempfehlungen für deine weitere Behandlung.
Mit einem fundierten fachärztlichen Befund in den Händen verwandelt sich Ungewissheit in Handlungsfähigkeit. Du kannst gezielt auf deine Hausärztin, deinen Gynäkologen oder Sanitätshäuser zugehen, um notwendige Rezepte für Kompression und Therapien ohne zeitraubende Diskussionen zu erhalten.
Konservative Therapie und manuelle Lymphdrainage
Wird ein Lipödem im Stadium 1 diagnostiziert, bildet die konservative Therapie das unverzichtbare Fundament jeder Behandlung. Das übergeordnete Ziel ist es, die Gewebespannung zu reduzieren, Schmerzen zu lindern, den Lymphabfluss zu unterstützen und ein Fortschreiten der Symptome zu verlangsamen. Die konservative Versorgung setzt sich aus mehreren eng miteinander verzahnten Bausteinen zusammen, die optimal auf deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden sollten.
Das Herzstück der konservativen Maßnahmen ist die medizinische Kompressionstherapie. Beim Lipödem kommen standardmäßig flachgestrickte, individuell nach Maß angefertigte Kompressionsstrümpfe oder -strumpfhosen zum Einsatz, vor allem bei konisch geformten Extremitäten und tiefen Gewebefalten. Im Gegensatz zu rundgestrickten Strümpfen, die bei Venenleiden verwendet werden, zeichnet sich flachgestricktes Material durch einen hohen Arbeitsdruck und eine geringe Dehnbarkeit aus. Das Gestrick legt sich wie eine schützende Wand um das Gewebe, schnürt in Hautfalten nicht ein und verhindert effektiv, dass im Tagesverlauf vermehrt Flüssigkeit im Interstitium versackt.
Manuelle Lymphdrainage: Entlastung für das Gewebe
Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine sanfte, rhythmische Massagetechnik, die von speziell ausgebildeten Physiotherapeut:innen durchgeführt wird. Durch gezielte Griffe wird der Abtransport von angestauter Gewebeflüssigkeit über die Lymphbahnen angeregt, was zu einer spürbaren Entlastung und Schmerzreduktion führt. Im Stadium 1 sind in der Regel ein bis zwei manuelle Lymphdrainagen pro Woche ausreichend, um das Gewebe weich zu halten und Schwellungsspitzen effektiv abzufangen.
| Flachgestrickte Kompression | Maßangefertigte Bestrumpfung (mindestens KKL 2), tägliches Tragen | Stabilisiert das Bindegewebe, reduziert Schwellung und Berührungsschmerz |
| Manuelle Lymphdrainage (MLD) | 1 bis 2 Sitzungen wöchentlich durch zertifizierte Therapeut:innen | Fördert den Lymphabfluss, lockert das Gewebe, senkt Gewebedruck |
| Bewegungstherapie | Gelenkschonende Aktivität, konsequent in Kompression durchgeführt | Aktiviert die Muskel-Waden-Pumpe, steigert die Mikrozirkulation |
| Medizinische Hautpflege | Tägliches Eincremen mit rückfettenden, feuchtigkeitsspendenden Lotionen | Schützt die Hautbarriere vor Reibung und Irritationen durch Kompression |
Die konservative Therapie erfordert Disziplin und Kontinuität, schenkt dir aber die nötige Stabilität im Alltag. Sie bildet zudem die formale Voraussetzung für alle weiteren Schritte im Gesundheitssystem.
Lebensqualität stärken: Bewegung und Psyche
Ein Lipödem ist weit mehr als eine körperliche Veränderung. Die chronischen Schmerzen, das Gefühl, dem eigenen Körper ausgeliefert zu sein, und die oft erlebte Stigmatisierung im sozialen Umfeld stellen eine enorme psychische Belastung dar. Viele Frauen schämen sich für ihr Erscheinungsbild, ziehen sich aus dem Sozialleben zurück oder entwickeln ein zerrüttetes Verhältnis zum eigenen Körper und zum Essen. Ein ganzheitliches Selbstmanagement muss daher Körper und Seele gleichermaßen einbeziehen.
Körperliche Aktivität ist ein kraftvoller Hebel, um Mobilität und Wohlbefinden zu erhalten. Besonders empfehlenswert sind Sportarten im Wasser wie Schwimmen, Aquajogging oder Aquafitness. Das Wasser entlastet Sehnen und Gelenke, während der Wasserdruck von außen ähnlich wie eine Kompression auf das Gewebe wirkt und den Lymphfluss unterstützen kann. Bei sportlichen Aktivitäten an Land, wie zügigem Spazierengehen, Nordic Walking oder sanftem Yoga, solltest du deine flachgestrickte Kompression stets tragen, um die körpereigene Muskelpumpe optimal zu unterstützen.
Ernährung und mentale Stärke im Selbstmanagement
Auch wenn sich das Lipödem-Fett nicht einfach weghungern lässt, spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle für dein Wohlbefinden. Eine ausgewogene, entzündungshemmende Kost reich an Proteinen, gesunden Fetten (wie Omega-3-Fettsäuren) und reichlich buntem Gemüse hilft dabei, systemische Entzündungsparameter im Körper zu senken und Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Proteine unterstützen zudem den Erhalt der Skelettmuskulatur, die gerade bei Lipödem ein wichtiger funktioneller Gegenspieler ist.
- Austausch mit Gleichgesinnten: Selbsthilfegruppen und digitale Communities bieten Verständnis, Rückhalt und wertvolle Alltagstipps abseits von Vorurteilen.
- Psychologische Begleitung: Eine professionelle therapeutische Unterstützung kann helfen, Schmerzbewältigungsstrategien zu erlernen und das Selbstwertgefühl nachhaltig zu stärken.
- Achtsamkeit und Körperakzeptanz: Lerne, deinen Körper als Verbündeten zu sehen und Signale von Überlastung frühzeitig wahrzunehmen.
- Strukturiertes Tracking: Dokumentiere Symptome, Schmerzlevel und Therapieerfolge mit digitalen Werkzeugen wie der LipoAlly App, um Muster zu erkennen und Verordnungen lückenlos nachzuweisen.
Selbstmanagement bedeutet, aktiv die Kontrolle über die eigene Gesundheit zurückzugewinnen. Jeder kleine Schritt, den du für dich und dein Wohlbefinden unternimmst, stärkt deine Resilienz im Umgang mit der chronischen Erkrankung.
Liposuktion im Stadium 1: Voraussetzungen der GKV
Während die konservative Therapie der Symptomkontrolle dient, stellt die operative Liposuktion (operative Liposuktion bei Lipödem) das einzige Verfahren dar, um das krankhaft veränderte Unterhautfettgewebe dauerhaft zu reduzieren. Durch den Einsatz schonender Techniken wie der vibrationsassistierten oder wasserstrahlassistierten Liposuktion werden Fettzellen unter Schonung der Lymphbahnen und Blutgefäße entfernt, was bei vielen Betroffenen zu einer signifikanten und langanhaltenden Schmerzreduktion führt.
Lange Zeit war die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) eine der größten Hürden für Patientinnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Liposuktion am 17. Juli 2025 unabhängig vom Stadium der Erkrankung in den regulären Leistungskatalog aufgenommen, nachdem die vom G-BA veranlasste Erprobungsstudie einen Nutzen gegenüber der rein konservativen Behandlung belegt hatte. Für die ambulante Abrechnung im Stadium I und II hat der Bewertungsausschuss die notwendigen EBM-Ziffern zum 1. Juli 2026 angepasst; das Stadium der Erkrankung ist als Kriterium entfallen. Damit haben Betroffene aller Stadien, einschließlich Stadium 1, unter Einhaltung klar definierter Qualitätskriterien einen geregelten Anspruch auf Kostenübernahme, ohne auf langwierige Einzelfallentscheidungen angewiesen zu sein.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme
- Fachärztliche Diagnosestellung: Gesicherte Diagnose des Lipödems durch qualifizierte Fachärzt:innen (z. B. Fachärzt:innen für Phlebologie, Lymphologie, Plastische Chirurgie oder Dermatologie).
- 6-monatige konservative Therapie: Nachweis einer mindestens sechsmonatigen, fachgerecht durchgeführten und lückenlos dokumentierten konservativen Therapie (Kompression, Bewegung, ggf. MLD), die zu keiner ausreichenden Linderung der Schmerzsymptomatik geführt hat.
- Einhaltung von Qualitätskriterien: Durchführung des operativen Eingriffs durch zertifizierte Operateur:innen und Einrichtungen gemäß den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
- Ausschluss relevanter Kontraindikationen: Vorliegen stabiler gesundheitlicher Verhältnisse und eine klare Abgrenzung zu primärer Adipositas.
Die gesetzliche Neuregelung bietet Patientinnen eine transparente Perspektive. Wenn du über eine Operation nachdenkst, ist eine fundierte Vorbereitung und Dokumentation deines bisherigen Therapieweges der Schlüssel zum Erfolg.
Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Rechtliche/regulatorische Vorgaben (z. B. des G-BA) können sich ändern; maßgeblich sind die individuelle ärztliche Beratung und die aktuell gültigen Richtlinien, etwa die Qualitätssicherungs-Richtlinie zur Liposuktion bei Lipödem in ihrer jüngsten Fassung; Stand der Angaben: 15.04.2026.
Quellen
- [1] register.awmf.org
- [2] mdpi.com
- [3] g-ba.de
- [4] kbv.de
- [5] g-ba.de
FAQ
Woran erkenne ich ein Lipödem im Stadium 1?
Typische Anzeichen sind eine symmetrische Fettvermehrung an Beinen oder Armen, Druckempfindlichkeit und eine unerklärliche Neigung zu blauen Flecken. Hände und Füße bleiben dabei meist ausgespart, und das Gewebe ist noch weich.
Ist das Lipödem im Stadium 1 heilbar?
Nein, das Lipödem ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar. Eine rechtzeitige konservative Therapie kann jedoch das Fortschreiten verlangsamen und deine Lebensqualität durch Schmerzlinderung deutlich verbessern.
Wie oft ist eine manuelle Lymphdrainage im Stadium 1 sinnvoll?
In der Regel sind ein bis zwei manuelle Lymphdrainagen pro Woche ausreichend, um den Lymphfluss anzuregen und Spannungsgefühle effektiv zu lindern.
Was ist der DocReport?
Der DocReport ist eine fachärztliche Telediagnose, bei der erfahrene Phlebolog:innen auf Basis deiner Fotos und medizinischen Unterlagen eine erste Einschätzung und Behandlungsempfehlung für dich ausstellen.
Zahlt die Krankenkasse eine Liposuktion im Stadium 1?
Seit dem 01.01.2026 ist die Liposuktion unter bestimmten G-BA-Voraussetzungen eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen; der G-BA hatte die Aufnahme in den Leistungskatalog unabhängig vom Stadium im Juli 2025 beschlossen. Eine Bedingung ist beispielsweise, dass vorab eine 6-monatige konservative Therapie ohne ausreichende Besserung stattfand.
Was besagt die Stadieneinteilung nach Al-Ghadban et al.?
Die Studie „New Characterization of Lipödem Stages“ von Al-Ghadban et al. berücksichtigt neben dem Fettgewebe auch Faktoren wie Schmerz und Wassereinlagerungen, um Zwischenstadien besser zu erfassen. Sie ist jedoch noch nicht Leitlinien-konform.



