Warum ist der BMI kein Maß für Lipödem?

Helena Rapprich
January 29, 2024

Der BMI ist ein verbreitetes Maß, um den Körperfettanteil zu schätzen und wird verwendet, um Übergewicht und Untergewicht festzustellen. Allerdings steht der BMI vielfach in der Kritik, da er nicht aussagekräftig ist, wenn bestimmte körperliche Besonderheiten vorliegen. Und das ist eben auch bei einem Lipödem der Fall.

Kritikpunkte am BMI:

1. Fehlende Berücksichtigung individueller Faktoren:

Der BMI berücksichtigt nicht Alter, Geschlecht und spezifische körperliche Merkmale. Dies führt dazu, dass er bei Menschen mit unterschiedlichen physiologischen Eigenschaften wenig aussagekräftig ist.

2. Keine Unterscheidung von Muskelmasse und Fettmasse:

Der BMI differenziert nicht zwischen Muskel- und Fettmasse, was insbesondere für sportliche Menschen oder solche mit muskulöserer Statur zu Verzerrungen führen kann.

3. Vernachlässigung der Körperfettverteilung:

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass der BMI die Verteilung des Körperfettes nicht berücksichtigt. Bei einem Lipödem, einer Erkrankung, bei der sich Fett unproportional an Beinen und Armen ansammelt, ist dies von besonderer Relevanz. Aufgrund des vermehrten Fettgewebes bei Lipödem-Patientinnen stehen Beine und Arme oft nicht im Verhältnis zum Rumpf. Der BMI unterstellt daher bei den meisten Patientinnen automatisch ein Übergewicht. Selbst wenn zusätzliches Übergewicht vorhanden ist, fällt der BMI aufgrund des Lipödems viel höher aus.

Der BMI und die Liposuktion:

Aktuell wird der BMI fälschlicherweise als Indikator für eine Liposuktion verwendet. Eine Liposuktion bei Lipödem kann ab Stadium III und unter einem BMI von 35 von der Krankenkasse übernommen werden. Jedoch ist es nicht für jede Lipödem-Patientin möglich, ihr Gewicht bis ins Normalgewicht zu reduzieren.

Die zwei weit aus mehr aussagekräftigere Alternativen:

1. Taillen-Hüft-Verhältnis:

Ein viel aussagekräftigeres Maß, insbesondere für Lipödem-Patientinnen, ist das Taillen-Hüft-Verhältnis. Hierbei wird der Taillenumfang (in cm) durch den Hüftumfang (in cm) geteilt. Bei Lipödem-Erkrankten ist der Hüftumfang mindestens 1,4-mal größer als der Taillenumfang.

2. Bauch-Größen-Quotient:

Der BGQ berechnet sich, indem der Bauchumfang durch den Taillenumfang geteilt wird. Dieser Ansatz ermöglicht eine differenziertere Beurteilung der Körperform und -zusammensetzung im Vergleich zum BMI.

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